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Liebe
Leser,
zugegeben, bevor ich mich mit dem Titelthema dieser
Ausgabe näher beschäftigte, dachte ich:
Ja, Tiere haben Bewusstsein – ist mir schon
klar. Jetzt, kurz vor Ende der Arbeiten dafür,
muss ich erkennen, wie wenig ich wirklich wusste und
wahrnahm. Genau genommen erahne ich erst jetzt die
tieferen Dimensionen und bin neugierig geworden, diese
weiter zu erforschen und auch in meinen Alltag zu
integrieren. Und ich wünsche mir, dass die Zeitschrift
durch viele Hände wandert und jeden – egal
wie sein aktuelles Verhältnis zu Tieren ist –
anregt, eine für ihn neue Dimension zu erschließen.
Zum Wohle all der Wesen um uns herum und v.a. für
uns selbst, für ein Stück mehr Menschlichkeit. |
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Große Tierliebhaber waren mir oft suspekt: ich
nahm z.B. bei fanatischen Vegetariern deren eigene
unterdrückte Aggressivität wahr und konnte
auch das „untierische“ Verhätscheln
von Haustieren nicht begrüßen. Beides scheint
mir kein wirkliches Verstehen von Tieren zu sein.
Aber wie erlangt man einen anderen, wahrhaften Zugang?
Beginnen können wir schon beim Bewusstmachen
unserer Sprache: steht nicht das Wort „Tiere“
allgemein für ein niedrigeres Wesen als der Mensch?
Dass dem überhaupt nicht so ist, habe ich selbst
erst kürzlich gespürt. Neugierig von Berichten
über das Zusammensein mit Delfinen, habe ich
während meines Urlaubs in Portugal den Kontakt
mit ihnen gesucht. Eine Bootstour hatte mich in meinen
Erwartungen zuerst enttäuscht, aber als ich mich
dann eines Nachts meditierend an die Klippen setzte
und innerlich tief mit dem Meer verband, konnte ich
sie spüren: die Energie von Delfinen und Walen
in mir – die einen v.a. die Herzensebene öffnend,
die anderen in eine tiefe Stille führend. Und
es gelang mir auch ein „Gespräch“.
Ich erkannte dabei, wie sehr uns unsere Konzepte einschränken.
Wenn wir bei Tieren nach Bewusstsein und Intelligenz
suchen, messen wir dies immer im Vergleich mit uns
Menschen. Kann man aber vielleicht sogar höher
entwickelt sein, auch wenn man nicht in Häusern
lebt und Gegenstände produziert? Delfine und
Wale habe ich so erlebt und dieses höhere Bewusstsein
auch als Grund für ihre Heilfähigkeiten
erkannt. Ihre Aufgabe ist das „Halten“
von Liebe und Frieden hier auf der Erde, antworteten
sie mir, und ich begriff unmittelbar diese andere
Form von „Arbeit“, die jenseits unseres
üblichen Konzeptes liegt.
So wie viele von Delfinen oder ihren Hautieren begeistert
sind, rufen sie gleichzeitig „igitt“ und
sind gnadenlos, wenn es um andere Tiere geht. Mich
prägte dazu ein weiteres Erlebnis im Sommer.
Ich spürte eines Abends eine innere Verbindung
zu den Insekten und Spinnen, die durch das Fenster
hereinkamen und begann sie interessiert zu beobachten.
Anstatt sie zu verscheuchen oder gar zu töten,
beschloss ich ein friedliches Miteinander. Und es
wurden nicht etwa mehr, sondern weniger als früher.
Sie respektierten jetzt offenbar meinen Raum, so wie
ich ihnen den ihren ließ …
Ja, ich finde, es lohnt sich und ist wichtig, sich
ganz neu für Kontakt mit Tieren zu öffnen,
egal welchen – und wünsche auch Ihnen überraschende
Wahrnehmungen.
Mit herzlichen Grüßen,
Gundula Abheeti Zeitz
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