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Zeitschrift für Meditation, Kreativität und Heilung 
  seit 1999 | Auflage: >15.000 | kostenlos | zweimonatl. | Vertrieb: Sachsen+Thüringen+Sachsen-Anh.+Brandenburg | Auslage & Abo  
   
   Dez 11/Jan 2012
   
Editorial der Printausgabe
 
   

Liebe Leser,

zugegeben, bevor ich mich mit dem Titelthema dieser Ausgabe näher beschäftigte, dachte ich: Ja, Tiere haben Bewusstsein – ist mir schon klar. Jetzt, kurz vor Ende der Arbeiten dafür, muss ich erkennen, wie wenig ich wirklich wusste und wahrnahm. Genau genommen erahne ich erst jetzt die tieferen Dimensionen und bin neugierig geworden, diese weiter zu erforschen und auch in meinen Alltag zu integrieren. Und ich wünsche mir, dass die Zeitschrift durch viele Hände wandert und jeden – egal wie sein aktuelles Verhältnis zu Tieren ist – anregt, eine für ihn neue Dimension zu erschließen. Zum Wohle all der Wesen um uns herum und v.a. für uns selbst, für ein Stück mehr Menschlichkeit.

       
  
Abheeti Gundua Zeitz - Herausgeberin der Zeitschrift >einfach JA<
 
 

 
Große Tierliebhaber waren mir oft suspekt: ich nahm z.B. bei fanatischen Vegetariern deren eigene unterdrückte Aggressivität wahr und konnte auch das „untierische“ Verhätscheln von Haustieren nicht begrüßen. Beides scheint mir kein wirkliches Verstehen von Tieren zu sein. Aber wie erlangt man einen anderen, wahrhaften Zugang?

Beginnen können wir schon beim Bewusstmachen unserer Sprache: steht nicht das Wort „Tiere“ allgemein für ein niedrigeres Wesen als der Mensch?
Dass dem überhaupt nicht so ist, habe ich selbst erst kürzlich gespürt. Neugierig von Berichten über das Zusammensein mit Delfinen, habe ich während meines Urlaubs in Portugal den Kontakt mit ihnen gesucht. Eine Bootstour hatte mich in meinen Erwartungen zuerst enttäuscht, aber als ich mich dann eines Nachts meditierend an die Klippen setzte und innerlich tief mit dem Meer verband, konnte ich sie spüren: die Energie von Delfinen und Walen in mir – die einen v.a. die Herzensebene öffnend, die anderen in eine tiefe Stille führend. Und es gelang mir auch ein „Gespräch“. Ich erkannte dabei, wie sehr uns unsere Konzepte einschränken. Wenn wir bei Tieren nach Bewusstsein und Intelligenz suchen, messen wir dies immer im Vergleich mit uns Menschen. Kann man aber vielleicht sogar höher entwickelt sein, auch wenn man nicht in Häusern lebt und Gegenstände produziert? Delfine und Wale habe ich so erlebt und dieses höhere Bewusstsein auch als Grund für ihre Heilfähigkeiten erkannt. Ihre Aufgabe ist das „Halten“ von Liebe und Frieden hier auf der Erde, antworteten sie mir, und ich begriff unmittelbar diese andere Form von „Arbeit“, die jenseits unseres üblichen Konzeptes liegt.
So wie viele von Delfinen oder ihren Hautieren begeistert sind, rufen sie gleichzeitig „igitt“ und sind gnadenlos, wenn es um andere Tiere geht. Mich prägte dazu ein weiteres Erlebnis im Sommer. Ich spürte eines Abends eine innere Verbindung zu den Insekten und Spinnen, die durch das Fenster hereinkamen und begann sie interessiert zu beobachten. Anstatt sie zu verscheuchen oder gar zu töten, beschloss ich ein friedliches Miteinander. Und es wurden nicht etwa mehr, sondern weniger als früher. Sie respektierten jetzt offenbar meinen Raum, so wie ich ihnen den ihren ließ …

Ja, ich finde, es lohnt sich und ist wichtig, sich ganz neu für Kontakt mit Tieren zu öffnen, egal welchen – und wünsche auch Ihnen überraschende Wahrnehmungen.

Mit herzlichen Grüßen,

Gundula Abheeti Zeitz