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Lebendige Dimensionen: Die Chakra-Tiere
von Margrit Jütte
Meine erste Begegnung mit den Chakra-Tieren, den Tieren
der Hauptenergiezentren meines Körpers, werde
ich wohl nie vergessen: In meinem Herzen traf ich
einen kräftigen Braunbären. Er freute sich
sehr, dass ich ihn besuchte, bat mich um Honig und
wollte von mir umarmt werden. Anschließend forderte
er mich zum Tanz auf. Beim Tanzen verwandelte er sich
mehrmals in einen Eisbären, und dann wieder zurück
in einen braunen Bären. Als ich ihn fragte, ob
er denn nun weiß oder dunkel sei, sagte er:
„Beides, denn die Polaritäten gehören
stets zusammen!“ Ich hatte bis dahin nicht gewusst,
dass Bären über Polaritäten bescheid
wissen. Wir lachten viel. Dann wurde der Bär
plötzlich ernst und sagte, ich solle mein Solar-Plexus-Tier
rufen. Ein stattlicher Löwe mit goldglänzendem
Fell und wärmenden, aber dennoch recht traurigen
Augen erschien. Ich fragte ihn, was er von mir brauchte.
Er sagte „Komm einfach her!“ Ich mochte
ihn vom ersten Moment an sehr und schmiegte mich eng
an das Tier. Plötzlich sah ich, wie eine schwarze
klebrige Masse auf den Löwen zukam und er elendig
darin versank. Das ging alles sehr schnell, ich hatte
ihm nicht helfen können und war außer mir.
Auf einmal wurde alles dunkel. Ich bekam keine Luft
mehr, empfand Panik und wollte weg. Dieses Gefühl
kannte ich sehr gut, es war bis dahin immer wieder
in meinem Leben aufgetaucht, und trotz jahrelanger
Therapien und meinem Wissen um das dahinterliegende
Kindheitstrauma hatte ich es bisher nicht wirklich
lösen können.
Unvermutet war ich in diesem Workshop in einem kleinen
Dörfchen im Allgäu gelandet, und es stellte
sich nun heraus, dass ich in den allerbesten Händen
war:
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Weitere Informationen
zur Arbeit mit Tiefenimagination PTPP© unter:
www.tiefenimagination.net
Einzelbegleitung,
Gruppenabende und Seminare im Leipziger Raum:
Margrit Jütte
Begleiterin für Tiefenimagination PTPP©
und Heilsames Singen
www.margrit-juette.de
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Eligio Stephen Gallegos aus New Mexico, der vor knapp
dreißig Jahren die Methode der Tiefenimagination
(PTPP©) entdeckt hatte, begleitete mich auf jener
inneren Reise und riet mir nun, ein Tier zu rufen,
das jetzt in diesem Gefühl bei mir sein könnte.
Kaum hatte ich das getan, schwirrte eine fette Fliege
um meine Nase herum. Ich fand sie widerlich und wollte
sie nicht. Steve schlug vor, dass ich die Fliege begrüßen
und ihr erzählen solle, wie es mir mit ihr geht.
Ich erzählte es ihr. Die Fliege sagte daraufhin,
dass sie etwas traurig darüber wäre, aber
es eben nun mal nicht ändern könne. Während
ich auf diese Weise mit dem Tier Kontakt aufnahm,
konnte ich es besser sehen und annehmen, die Fliege
wurde mir sogar beinahe sympathisch. Dann kehrte das
Gefühl des Erstickens zurück, und die damit
verbundene panische Todesangst wuchs ins Unerträgliche.
„Erzähl das der Fliege“, riet mir
Steve. Die Fliege kam daraufhin ganz nah zu mir und
sagte, sie würde jetzt für mich mit ihren
Flügeln schlagen, damit ich Luft bekäme,
während wir durch einen Tunnel fliegen. Es sei
wichtig für mich, „diese Sache“ zu
durchqueren, meinte sie, und dass ich mich einfach
an ihr festhalten soll. Mein Denken mischte sich ein,
denn logischerweise war die Fliege ja eigentlich viel
zu klein, als dass ich mich an ihr festhalten könnte.
Das Tier propellerte mit den Flügeln und die
aufkommenden Zweifel meines Denkens waren verschwunden.
„Keine Angst, ich bin bei dir“, versprach
die Fliege und fragte: „Bist du bereit?“
Ich hatte große Angst, aber ich war bereit.
Denn genau deshalb war ich hier in dieses Seminar
gekommen, das wusste ich jetzt. Fliege hielt ihr Wort.
Wir flogen durch den Tunnel. Durch meinen Körper
schossen gewaltige Energiewellen, die ich ohne die
Fliege und den zarten Luftstrom ihrer Flügel
nicht ausgehalten hätte. Als wir eine ganze Weile
später auf der anderen Seite des Tunnels ankamen,
hatte sich für mich etwas grundlegendes verändert.
Ich fühlte mich von einer jahrelangen Last befreit.
Die Fliege hatte mich genau an dem Punkt abgeholt,
an dem ich mit den bisherigen Therapien nicht weiterkam.
Als ich mich bei ihr bedankte, sagte sie, ich solle
bald wieder eine Reise machen, um auch meine anderen
Tiere zu treffen, denn sie müsste jetzt gehen.
Ich war voller Respekt für diese großartige
kleine Fliege und überwältigt von der mir
bis dahin unbekannten Art des inneren Reisens, die
mir jedoch gleichzeitig ganz vertraut und selbstverständlich
erschien.
So begann ich im Anschluss an dieses Erlebnis mit
einer Ausbildung bei Stephen Gallegos, den ich vom
ersten Moment an aufgrund seiner herzlichen Art und
unaufdringlichen Präsenz zutiefst schätzte.
Prof.
Dr. Eligio Stephen Gallegos, ehemals Direktor
des Psychologischen Instituts an der Mercer Universität
in den USA, hatte die Lehren C. G. Jungs studiert
und mit Imaginationsreisen gearbeitet, wie sie bei
der Psychosynthese angewendet wurden. Ab 1979 lebte
er als niedergelassener Psychotherapeut an der nordamerikanischen
Westküste, wo er sich zunehmend für die
Totempfähle der Nordwestküsten-Indianer
interessierte. Die Totempfähle werden hier aus
einem Baumstamm geschnitzt und stellen mehrere übereinander
sitzende Tiere dar. Das Wort „Totem“ stammt
aus der Algonkin-Sprache und bedeutet „Verwandtschaft“,
oder auch „Schutzgeist“. Ein Totem stellt
meist ein Tier oder eine Pflanze dar, gelegentlich
jedoch auch das Element einer Landschaft oder eine
Wettererscheinung. Das Totem ist auf das engste mit
dem Menschen verknüpft - eine Vorstellung, die
übrigens nicht nur in Nordamerika, sondern auch
bei vielen anderen indigenen Völkern weltweit
zu finden ist.
Die Anordnung der Tiere auf den Totempfählen
erinnerte Stephen Gallegos an die übereinanderliegenden
Energiezentren (Chakren) im menschlichen Körper.
Als er eines Tages joggte, bemerkte er, dass in seinen
Chakren tatsächlich verschiedene Tiere wohnten,
und begann mit diesen Tieren als lebendige Wesen zu
kommunizieren. Auf diese Weise bekam er wichtige Informationen
über sich selbst und den Zustand seiner verschiedenen
Energiezentren. Besonders beeindruckt war Stephen
Gallegos, als die Tiere spontan in einem Kreis zusammenkamen
und sich nun auch untereinander kennenlernen wollten.
Sie bildeten jetzt ein Konzil, und konnten von nun
auch zusammen agieren, was Stephen Gallegos als überaus
heilsam erfuhr.
Sofort begann Stephen Gallegos das Erlebte in den
Sitzungen mit seinen Klienten anzuwenden. In seinem
ersten Buch „Indianisches Chakraheilen“
schreibt er:
„Ich war tief bewegt von der Art und Weise,
wie die Chakratiere agierten. Sie schienen die inneren
Dimensionen des Menschen zu kennen, hatten Zugang
zu Informationen, die weder ich noch meine Klienten
kannten. Sie wussten, in welchem Tempo die Therapie
ablaufen musste und wirkten auf sehr subtile und geschickte
Weise ein. Außerdem waren sie sehr humorvoll.
Sie waren die geschicktesten Therapeuten, die mir
je begegnet waren. Sie kümmerten sich nicht nur
darum, dass die Klientin geheilt wurde, sondern auch,
dass sie ihre Ganzheit erlangte.“
So begann die Arbeit von Eligio Stephen Gallegos,
der er damals den Namen „The Personal Totempole
Process ©“ (PTPP©) gab und die er
seit dieser Zeit immer weiterentwickelt hat. Gallegos
ist Mitbegründer des Returning to Earth Institute
sowie Mitbegründer und Leiter des International
Institute for Visualisation Research (IIVR), das im
Bereich der geistigen Bilder forscht. Er bildet bis
heute weltweit BegleiterInnen für Tiefenimagination
(PTPP©) aus.
Vieles ließe sich nun analysierend zu meinem
Erlebnis mit der Fliege beschreiben, doch geht es
bei den Reisen in die innere Bilderwelt gar nicht
unbedingt darum, das Erlebte in die Dimension des
Denkens zu übersetzen, denn die Dimension der
inneren Bilder besitzt ihre eigene Intelligenz und
Weisheit. Die inneren Bilder sind bei dieser Form
von Imaginationsarbeit nicht vorgegeben, wie es z.B.
bei Phantasiereisen der Fall ist, sondern sie entstehen
ganz von selbst aus der Tiefe der reisenden Person
heraus, welche dadurch wiederum mit diesem tiefen
Ort in sich selbst in Kontakt kommt. Und an diesem
tiefen Ort wohnt ein uraltes Wissen.
Die Wesen, denen wir auf unserer Reise begegnen (und
die sich meistens in Tiergestalt zeigen, wenn auch
nicht immer), sind viel mehr als Symbole: sie sind
lebendiger Ausdruck eines wesentlichen Persönlichkeitsanteils
der Person. Sie wissen genau, was für die Person
gerade ansteht und führen sie durch eine entsprechende
Erfahrung. Indem wir mit diesen inneren Wesen in eine
lebendige Beziehung treten, treten wir in Kontakt
mit unserer eigenen Lebendigkeit, bekommen Unterstützung
bei Wachstum und Heilung und werden in unserem inneren
und äußeren Wohlbefinden genährt.
„Unser Hauptproblem besteht darin, dass
wir die Verbindung zu den verschiedenen Teilen unseres
Ichs verloren haben. Es ist eine dringende Notwendigkeit,
alle unsere Teile zusammenzufügen und mit ihnen
offen zu kommunizieren. Erst dann können unsere
Handlungen von einem Zentrum ausgehen, das in Kontakt
und Harmonie mit unserem ganzen Wesen steht.“
(E.S. Gallegos)
Manchmal sind die Tiere, die wir auf diesen Reisen
treffen, wild und frei und voller Leben, manchmal
sind sie eingesperrt, krank oder verletzt und brauchen
unsere Fürsorge. Manchmal wohnen in einem Energiezentrum
auch zwei Tiere, und wir können ihnen dabei helfen,
sich gegenseitig näherzukommen. Manchmal begleiten
sie uns in einen Traum, der sich auf diese Weise als
wertvolle Wachstumserfahrung erweisen kann, manchmal
zeigen sie uns verborgene Fähigkeiten und Schätze.
Sie können uns den Fluss unserer Lebendigkeit
und unsere ureigene Kreativität direkt erfahrbar
machen. Die Tiere gehen meistens sehr sanft mit uns
um, aber sie können uns auch schon mal auf eine
derbere Art herausfordern. Und hin und wieder verändern
sie sich auch. All das geschieht ganz von selbst.
Die Begleitperson führt die reisende Person lediglich
in einen Zustand tiefer Entspannung, hält den
Raum, und wirkt unterstützend darin, die Kommunikation
zwischen dem Reisenden und dem, was sich gerade zeigt,
aufrechtzuerhalten.
„Meine Aufgabe ist es nicht, die Klientin
dazu zu bringen, eine Beziehung zu mir aufzubauen,
auch wenn ich mich um sie kümmere und tief bewegt
bin von ihrer Entwicklung. Mein Ziel ist es, dem Klienten
zu helfen, eine spezielle Beziehung zu sich selbst
aufzubauen, die seine Entwicklung nährt und unterstützt“,
schreibt Gallegos zu seiner Aufgabe als Begleitperson.
Nach meiner ersten Begegnung mit Bär, Löwe
und Fliege im Winter 2003, traf ich noch viele andere
Tiere, und befinde mich auch heute noch auf dieser
großen inneren Reise. Denn jede dieser Reisen
mit meinen inneren Wesen bedeutet, einen Schritt weiter
zurück zu mir selbst zu kommen, zurück zu
meinem authentischen Wesenskern, zu meiner Ganzheit
und zu meiner ureigenen Lebendigkeit und Kreativität:
„Ich erkannte immer mehr, was für
bemerkenswerte Geschöpfe wir Menschen sind, jeder
einzelne von uns. Wie viel Lebendigkeit in uns steckt,
die weit über das hinausgeht, was wir unter Lebendigkeit
verstehen. Eine Lebendigkeit, die unglaublich kreativ
ist. Eine Lebendigkeit, deren Existenz wir nicht gewürdigt
und die wir ignoriert haben, weil sie nicht in die
Theorie unserer westlichen Kultur passt…“
(E.S. Gallegos)
Und genau in diese einzigartige Lebendigkeit,
die in jedem von uns wohnt, führen uns die Tiere
und all die anderen Wesen unserer inneren Bilderwelt,
wenn wir bereit sind, in die großen Dimensionen
des Fühlens einzutauchen und „uns in die
geistigen Bilder zu versenken, und zwar zu deren Bedingungen“
(E.S. Gallegos).
Bücher von Eligio Stephen Gallegos:
„Indianisches Chakraheilen“ (orig.: „The
Personal Totempole Process. Animal Imagery, the Chakras
and Psychotherapy“) Verlag Neue Erde, ISBN 3-89060-136-6
„Little Ed und seine Reise zu den Tieren der
Kraft“ (orig. „Little Ed and Golden Bear“)Verlag
Neue Erde, ISBN 3-89060-132-8
„Den Schamanen in sich entdecken“ (orig.
„Animals of the Four Windows: Integrating Thinking,
Sensing, Feeling and Imagery” Erd Verlag, ISBN
3-8138-0227-9
„In die Ganzheit. Meine schamanische Reise zur
Selbstheilung“ (orig. „Into Wholeness.
The Path of Deep Imagery“) Verlag Neue Erde,
ISBN 3-89060-136-6
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