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Auf den Spuren der Weisen Frauen
Schamanische Kultur
Folgen wir den Fährten unserer Vorfahrinnen,
entpuppt sich das Unternehmen als spannende Entdeckungsreise
auf den Spuren weiblicher Kultur und Spiritualität.
Vorweg jedoch einige Worte zu den Anfängen des
Schamanismus, der Naturverehrung und der Pflanzennutzung.
Schamanische Kultur gab es und gibt es weiterhin auf
der ganzen Welt. Sie ist keine Religion, sondern eine
Technik und Methode. Schamanismus erhält und
wahrt Kultur als eine seiner Aufgaben. Er basiert
auf Erfahrung, nicht auf Glauben. Pablo Amaringo bringt
es in dem Buch „Meine Begegnung mit Schamanenpflanzen“
von C. Rätsch prägnant auf den Punkt: „Schamanismus
ist die Erkenntnis der Naturkunde.“ Er beinhaltet
eine magische Weltsicht, ist Spiritualität und
Philosophie der Einheit aller Gegensätze. Des
Weiteren stellt schamanische Kultur ebenso die Quelle
von Medizin und Psychologie dar. Dennoch in erster
Linie ist Schamanismus das Verständnis der Natur
und Heilung. „Weil sie (die Schamanen) mit dem
Geist der Natur reden können, können sie
heilen“ - peruanischer Ocaina, Rätsch 2009.
Ursprung der Naturverehrung und Pflanzennutzung
Seit der Mensch die Erde belebt, begleiten
ihn Pflanzen. Die kulturelle Nutzung einiger Pflanzen,
die untrennbar mit der Verehrung der fruchtbaren,
nährenden Natur und der großzügig
schenkenden Pflanzen verbunden war, reicht bis in
die Steinzeit zurück, z.B. bei Beifuß.
In Gräbern der Neandertaler wurden bereits Pflanzenreste
entdeckt, unter denen das Meerträubel botanisch
identifiziert werden konnte. Das bewusstseinsverändernde
Kraut wird heute noch als Schamanenpflanze im Himalaja
benutzt. Der archäologische Fund wird auf ein
Alter von über 30.000 Jahren geschätzt.
Im Laufe der Entwicklung war die Nutzung der Pflanzen
eingebunden in die Göttlichkeit allen Seins und
ihre Auswirkungen gingen weit über die Inhaltsstoffe
hinaus. Die Analogien zwischen Menschen-, Tier- und
Pflanzenreich waren selbstverständlich und wurden
in gemeinschaftlichen und individuellen, spirituellen
Handlungen zum Ausdruck gebracht und gepflegt.
Das Pflanzenwissen der Frauen
ForscherInnen gehen davon aus, dass die Frauen der
archaischen Jäger- und Sammlerhorden, die mit
ihren Kindern und Verwandten die Wälder durchstreiften,
um nützliche und essbare Wurzeln, Beeren, Nüsse
und Heilkräuter zu sammeln, über die Jahrtausende
detaillierte Pflanzenkenntnisse erwarben. Sie entwickelten
Sicherheit, was Standort, Wachstumsrhythmen, pharmakologische
Eigenschaften und die transsinnlichen Aspekte der
Vegetation betrafen. Sie spezifizierten ihr Wissen
und gaben es gezielt weiter. Das Wissen um Pflanzengeheimnisse
und Pflanzengeister war Frauensache.
Zu den Pflanzen- und Naturerfahrungen unserer Vorfahrinnen
gesellten sich spirituelle Tradition, Heilkunde und
prophetische Fähigkeiten. Die Weise Frau verband
die vergangenen mit den künftigen Generationen,
in der Vorstellung der damaligen Menschen. In ihr
verehrte man nicht nur die Großmutter, sondern
die Göttin selber. Sie stiftete Frieden mit den
Haus- Ahnen- und anderen Geistern, sie erhielt die
Kommunikation mit den Tieren und Pflanzen aufrecht
und wurde damit zur Hüterin und Wächterin
des lokalen Ökosystems. Die Weise Frau vermittelte
zwischen den Welten, der dies- und jenseitigen Welt,
und ihr Wissen, ihre Einsicht und geistige Reichweite
bezeichneten sie als Schamanin.
Gleichfalls bieten die Kelten, als Etappe unserer
Geschichte, aussagekräftige und archaische Bilder
von starken Frauen. Die Existenz einer ewigen Göttin
und eines immer wieder neu geborenen Gottes ist typisch
für die keltische Kultur. Die Natur wird als
geistige Führung verstanden und als Ausgangspunkt
für Feste und geheiligte Tage genutzt. Einig
ist sich die Wissenschaft über die Rolle der
Frau als Seherin, Heilerin, Zauberin und Hüterin
des heiligen Feuers in keltischen Clans, aber ohne
den hohen Status des initiierten Druiden. Diese Vorstellung
basiert auf den Schriften Julius Cäsars aus dem
1. Jahrhundert u.Z. Einige ForscherInnen zitieren
hingegen ältere Aufzeichnungen, in denen sich
direkte Hinweise auf weibliche Druiden befinden, z.B.
des römischen Feldherren Tacitus. In keltischen
Legenden selbst werden Frauennamen als Druiden erwähnt
oder in den Geschichten treten Frauen in der Funktion
von Druiden auf, wie Amerach, die den Zauber der ewigen
Jugend aussprechen konnte.
Der Wandel zur patriarchalen Gesellschaft
Möglicherweise haben bis vor ca. 5.000 Jahren
matrizentrische Lebenssysteme existiert, wie die Forschung
postuliert, welche von den ältesten Frauen der
Stammesgemeinschaft mit Hilfe ihrer Weisheit geführt
worden sind. Sie lebten im Einklang mit der Natur
sowie der Schöpfung und kriegerische Auseinandersetzungen
scheint es nicht gegeben zu haben. Wirtschaftliche
Grundlage war der Tausch und es wurden u.a. jahres-
und mondzyklische Zeremonien gepflegt. Das Aufkommen
des Patriarchats lässt sich mit einer veränderten
Landnutzung erklären, aus der sich ein neues
wirtschaftliches Fundament entwickelte. Dieser Wechsel
begann, als die friedlichen Jäger und Sammler
in Konflikt mit den Hirtengesellschaften gerieten.
Die Hirten fingen an, Land mit all seinen Schätzen
als Besitz anzusehen, was dem Tauschgedanken der Jäger-
und Sammlergesellschaften zutiefst widersprach und
den Beginn der Loslösung aus dem Naturkreislauf
darstellte. Gekoppelt waren diese ökonomischen
Umwälzungen mit Kriegen und der Herabsetzung
der Frauen und Göttinnen, weiblicher Kulte und
Mysterien.
Noch zur Zeitenwende genoss die Weise Frau als Zauberkundige,
Heilerin und Prophetin hohes Ansehen. Tacitus, der
„Germanienexperte“, fand es merkwürdig,
dass die Barbaren davon überzeugt waren, „dass
es bei den Weibern etwas Heiliges und Prophetisches
gibt, und sie verschmähen weder ihre Ratschläge
noch vernachlässigen sie ihre Antworten“.
Sie waren geachtet und gefürchtet wegen ihrer
Macht und ihres Wissens. Beispielsweise waren in den
Anfängen der Christianisierung Irlands die Frauen
volle Mitglieder des Klerus und dienten als Priesterinnen,
Äbtissinnen, Diakoninnen und sogar als Bischöfinnen.
Durch die starke Präsenz vorher in der heidnischen
Priesterschaft verfügten die Frauen über
eine relativ große Auswahl an Möglichkeiten,
als die Christianisierung der keltischen Gebiete im
2. bis 5. Jahrhundert u.Z. einsetzte.
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Katharina Meffert und
Dr. Kristin Peters
führen gemeinsam
„Lebendige Weiblichkeit –
Ein Heilkreis für Frauen“
ab 28.04.2012 in Leipzig durch.
In diesem Heilkreis für Frauen verbinden sie
Naturheilkunde und schamanische Rituale mit der Tradition
der Weisen Frauen. Getragen wird der Heilkreis von
den Rhythmen der Natur und der Weiblichkeit. Er begleitet
Sie ein Jahr lang und unterstützt Sie im Alltag
Ihre individuelle Weiblichkeit zu leben und dabei
zu sich selbst zu finden.
Weitere Infos:
Katharina Meffert: 030/692 050 930 oder 0151/211 810
38 • info@sidhera.de •
www.sidhera.de
Dr. Kristin Peters: 030/53 21 99 89 • post@kristin-peters.de
•
www.kristin-peters.de
Dr.
Kristin Peters
ist Wissenschaftlerin und Phytotherapeutin mit eigenem
Unternehmen „Papaver“.
Sie bietet Ausbildungen in Pflanzenheilkunde an, hält
Vorträge und führt Kräuterwanderungen,
Workshops zu Heilpflanzen, Räucherheilkunde und
Aromatherapie durch. Zudem berät sie im Bereich
Naturheilkunde und alternativer Medizin, kreiert Heilrituale
und Räucherungen und führt sie durch. Sie
ist ehrenamtliche Sterbe- und Trauerbegleiterin und
schreibt eine Artikelserie zu Pflanzen der Liebe.
Katharina
Meffert
ist Schamanin und Naturwissenschaftlerin. In ihrer
Schule Sidhera bietet sie schamanische Abende, Meditationen
und Entspannungskurse sowie Ausbildungen in schamanischer
Praxis und Heilarbeit an. In schamanischen Heilsitzungen
begleitet sie Menschen bei der Verarbeitung und Heilung
innerer Wunden und Traumata, führt Seelenrückholungen
durch und gibt Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen.
Während ihrer schamanischen Arbeit vermittelt
sie eine Atmosphäre der Geborgenheit sowie Impulse
von Vertrauen, Selbstheilung und Selbstannahme.
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Die Zerstörung
weiblicher Natur- und Heilkenntnisse
Die Fähigkeit der Weisen Frauen, Beschwörungen,
Bannzauber und Flüche auszusprechen und Schadenzauber
zu betreiben, war Wasser auf die Mühlen der christlichen
Missionare. Gleich von Anbeginn ihrer missionarischen
Tätigkeit, in der Zeit der Völkerwanderung
zwischen 375 und 568, diffamierten sie die weisen,
kräuterkundigen Frauen, die schamanische Kultur
und die indigene, naturorientierte Lebensweise. Sie
waren Rivalen im Kampf um die Herrschaft über
die Seelen. Zunächst blieben die Weisen Frauen
bei den Dorfbewohnern unentbehrlich, wenngleich im
volkschristlichen Gewand. Sie waren bis ins Mittelalter
Trägerin alter Spiritualität. Das Frauenkräuterwissen
und die schamanische Kultur wurden üblicherweise
innerhalb der Sippen mündlich weitergetragen.
Erfahrene Frauen, die als Hebamme, Heilende, Schamanin,
Seherin, usw. von der Gemeinschaft in Anspruch genommen
wurde, verunglimpfte man als Hexen. Ein entscheidender
Grund, warum diese Weisen Frauen zu Tausenden auf
dem Scheiterhaufen endeten, lag nicht zuletzt an ihren
gut gehüteten Kenntnissen zur Geburtenregelung.
Die seit Jahrhunderten erprobten Frauenkräuter
bergen ungeahnte Kräfte und eine Vielzahl von
Anwendungen in sich. Diese ursprünglichen Frauenpflanzen
wurden oftmals im Kreise der Frauen geheim gehalten.
Insbesondere das Wissen um die sterilisierenden und
abtreibenden Pflanzen wurde fanatisch gehütet,
im Übrigen überall auf der Welt. In Kulturen
mit starkem Ansehensverlust der Frau und weiblicher
Götter einhergehend mit Religionen kam es sodann
zur Verfälschung, Bekämpfung bis hin zur
Ausrottung solchen Wissens. Das sind bei uns nunmehr
5.000 Jahre, so ist es kaum verwunderlich, wenn zum
Teil nur wenig über solche Heilpflanzen und deren
sinnvolle Handhabung bekannt ist.
Im Hochmittelalter nahm das Schiff an Fahrt auf und
der europäischen Tradition der Weisen Frauen
und der schamanischen Kultur wurde der Todesstoß
versetzt, gepaart mit einer endgültigen Entmachtung
und Unterdrückung der Frau. Ein weiterer kulturhistorischer
Grund für die massenhafte Vernichtung war das
Bedürfnis, die Träger und Autoritäten
des alten, heidnischen Schamanentums endgültig
zu entthronen und den Weg für neue, religiöse
Anschauungen und Würdenträger frei zu räumen.
Die Weisen Frauen, die Hüterinnen des Lebens
des Stammes wurden mit allem Bösen verbunden.
Die sinngebenden Rituale und Jahreskreisfeste wurden
durch andere ersetzt, umgedeutet und aus dem ursprünglichen
Zusammenhang gerissen. Mit der Brandschatzung der
angeblichen Hexen bzw. der Weisen Frauen wurde ein
enormer Erfahrungsschatz größtenteils definitiv
ausgemerzt. Wissen aus dem Bereich der Kräuterheilkunde,
Kenntnisse von ganzheitlich ökologischen Heil-
und Lebensweisen, die bis zu den Heilkünsten
der Kelten und weiter zurückgingen, wurden unwiederbringlich
zerstört. Christliches, sinnen- und frauenfeindliches
Puritanertum gewann die Oberhand. Zur selben Zeit
entwickelte sich die moderne Experimentalwissenschaft
und läutete zusätzlich die Beherrschung
der Natur ein. Der über mehrere Jahrhunderte
dauernde Vernichtungsfeldzug wütete nicht bloß
in Europa, sondern mit gleicher Brutalität in
der neuen Welt und anderen Kolonien.
Das Erbe antreten
Die Zukunft ist weiblich. Die größte, weltweite
Bewegung ist die Frauenbewegung, und das seit einigen
Jahrzehnten. Beteiligen wir uns, treten wir in die
Fußstapfen unserer weisen Vorfahrinnen. Lernen
wir von ihnen und aus ihrer Geschichte. Forschen wir
nach Frauenwissen und schaffen wir uns unsere eignen
Rituale und Kulte (wieder). Begeben wir uns auf die
Suche nach der Schamanin, der Weisen Frau in uns und
in unseren Schwestern. Lauschen wir der Natur, begegnen
wir den Pflanzen, so dass Respekt und Dankbarkeit
uns lenken. Schauen wir selbstbewusst in den Spiegel
und verehren die Göttin in uns.
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